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1. Tag

So, der erste Tag in Sydney ist quasi rum und so siehts bis jetzt aus:

Die Reise war gut, so gut wie eine 23 Stunden Reise nun mal sein kann. Alles fing super an, als auf dem Frankfurter Flughafen eine Bombe vermutet wurde als ein herrenloser Koffer gefunden wurde. SUPER. Alle Passagiere die zu den Gates wollten hatten leider Pech und mussten warten. Na gut, das ganze dauerte eine viertel Stunde und alles war wieder vorbei.

Das Entertainment Programm im Flugzeug war erstklassig. Wir hatten gefühlte 500 Kinofilme zur Auswahl, Klassiker, aber auch Neuheiten. Neben Fernsehserien und Radio konnte man auch Spiele, ähnlich wie auf ner Playstation spielen. Ich hatte also bestimmt die hälfte des ersten Fluges, knapp 5 Stunden, jemanden neben mir sitzen, der ständig "nein, scheiße, du wixxer" und ähnliches geschrien hat. Das war auch nicht weiter schlimm, da eh kaum Deutsche an Bord waren und die Stewardessen auch alle nur mehr oder eher weniger englisch sprechende Chinesinnen waren.Jedesmal wenn die Stewardessen vorbei kamen und uns fragten was wir denn gerne essen möchten, war es eine wahre Freude ihnen bei der Aufzählung der Speisen zuzuhören. Die waren wirklich sehr nett und immer sehr freundlich, bloß Englisch war größtenteils nicht ihre Stärke. Mit "Chicken" war man aber immer auf der sicheren Seite. Einen Vorteil hatte die lange Reise allerdings schon. Ich habe selten innerhalb so kurzer Zeit soviel gegessen.

1. Frühstück im Zug nach Frankfurt

2. Mittagessen, ein wenig im Flughafen Frankfurt

3. Mittagessen, kurz nach dem Start im Flugzeug

4. Snack, ca Hälfte der Strecke. Die Fluglinie bot zwischendurch kostenlose chin. Nudeln oder Sandwiches an.

5. Frühstück, kurz vor der Landung im Flugzeug

6.Frühstück, kurz nach dem Start im Flugzeug

7. Abendessen, kurz vor Landung in Sydney.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Flüge durchaus meinen hohen Ansprüchen gerecht wurden.

Nun ja, ob sich das auch über den weiteren Verlauf der Reise bis jetzt sagen lässt, wage ich mal vorsichtig zu bezweifeln.

Nach der Landung mussten wir uns schnellstmöglich durch das ein wenig verwirrende Zollsystem der Australier kämpfen, da der Fahrer der uns am Flughafen abholen sollte, nicht ewig warten würde. Zunächst ging auch alles gut. Dann allerdings geriet ich an den ersten Zollbeamten. Was ein Arschloch. Ich habe nix verstanden von dem was er gesagt hat. Als ich nachfragte was er denn gesagt hatte, könnte ja wichtig sein, kam wieder nur ein Gebrummel als Antwort. da er aber von sich aus nix mehr sagte, sagte ich einfach auch nix mehr. Denis hatte etwas mehr Glück bei seiner Zollbeamtin!  Er hat ihr warscheinlich einfach nur schöne Augen gemacht... Naja aber das Blatt mit dem Glück sollte sich noch wenden. Und zwar sofort. Bei der Gepäckausgabe. Mein Koffer kam, seiner nicht. Schade. Ein netter Herr schickte uns dann zum baggage service wo ein anderer netter Mann unsere Verlustanzeige aufnahm. Gestern abend meinte er zu uns, der Koffer wäre warscheinlich in Honkong stecken geblieben, da wäre noch viel Stress wegen Olmpia und den Paralympics. Er sollte dann heute nachmittag zu uns gebracht werden. Naja, jezt haben wir abends, aber der Koffer ist immer noch nicht da. Gott sei Dank hatte der Denis ein paar von seinen Klamotten in meinem Koffer, sonst könnte er jetzt in meinen T-Shirts rumlaufen. Die rosa Socken kommen spätestens dann, wenn morgen mein 2. und letztes Paar schwarze Socken aufgebraucht wird :D

 Zur Unterkunft bleibt nur eins zu sagen: crosig.

Erst mal war man von unserer Ankunft ein wenig überrascht. "Oh, wir wussten gar nicht dass ihr heute schon kommt. Euer Zimmer ist leider noch besetzt." Also wenn das nicht genau das ist was man hören möchte wenn man nach 23 Stunden unterwegs zum eigentlichen Bett kommt, dann weiss ich auch nicht. Aber wiedermal waren alle sehr nett und nach einen kurzen Telefonat wurden wir in ein Zimmer für eine Nacht gesteckt. Zunächst ging ich davon aus dass alle Zimmer in diesem Haus gleich aussehen und war auch dementsprechend geschockt. Es war ein Graus. 2 alte Metallbetten, versetzt im Raum stehend, etwas das wie ein kleiner Rollcontainer aussieht und ein Eckwaschbecken dass fast komplett von einem Bett verbaut wurde. Alles in Allem hatte das Zimmer wohl 9 quadratmeter. Das Bad bzw die Dusche musste ich auf dem Flur suchen und naja statt der angegebenen 4-5 Leute teilten sich min. 15 Leute ein Bad bzw. eine Dusche, die meistens auch noch beide in einem Raum waren. Sauber und hygienisch ist definitiv anders. Beim Duschen am nächsten Morgen kam leichter Ekel auf. Aber gut, unser Blatt hat sich gewendet. Nachdem wir sehr enthusiastisch um halb 7 aufgestanden sind, gott weiss warum, lagen wir nach einem kleinen frühstück um halb 9 wieder im bett und haben dieses bis halb 2 auch nicht mehr verlassen. Danach wurde ich gezwungen, jawohl gezwungen aufzustehen, und das obwohl ich noch müde war. Uns wurde dann glücklicherweise mitgeteilt, dass unser Zimmer doch schon fertig sei und wir es sobald wir möchten beziehen können. Unser Zimmer jetzt, ist verglichen mit dem was wir davor hatten, reinster Luxus. Verglichen mit dem was wir zuhause haben, eine Absteige. Aber gut, ich werde mich schon dran gewöhnen. Irgendwann. Immerhin haben wir jetzt ein eigenes Bad, wenn auch ohne Licht. Aber gut, da kann ich schon direkt anfangen mit Ansprüche runterschrauben.

Was wirklich auffällt, ist die Freundlichkeit der Menschen. Man wird ständig gefragt wie es einem geht, ob alles in Ordnung ist, ob man irgendwie behilflich sein kann. Das ist gerade am Anfang sehr praktisch wenn man doch noch eine Menge Hilfe brauch.

Der Denis, die Wurst, ist gleich mal everybodys darling geworden. Er konnte natürlich nicht aufhören damit zu prahlen, dass er ein Koch ist sodass jetzt heute der oberboss (?) ankam und meinte ob er nicht zu seinem geburtstag morgen was kochen möchte. Die nächste und letzte Viertelstunde der viertelstündigen Unterhaltung ging es dann darüber wie viele Personen da sind und was es denn sein sollte etc. Am Schluss durfte ich mir dann anhören, warum ich denn nix gesagt hätte. Ist klar!

Da Denis ja jetzt morgen warscheinlich den Kochlöffel schwingt wird unser Auflug in die City wohl noch dauern, aber ok.

Natürlich haben wir auch einen kleinen Ausflug durch unser Viertel gemacht. Das ist merkwürdig. Kleine "Design-cafes" sind direkt neben den übelsten Ramschkaschemmen. Außerdem hab ich das Gefühl, es rennen extrem viele Penner rum. Es ist ja auf Deutsch schon nicht schön angepöbelt zu werden, aber wenn man nix versteht ist es auch nicht wirklich angenehmer. Aber am Sonntag gibts ein großes Fest im Viertel, da der Park neu eröffent wird. Mal abwarten, ob es dann ein wenig schöner wird.

Ansonsten bleibt nur zu sagen, das Wetter ist mies.

3 Kommentare 28.8.08 14:48, kommentieren